Amerika

2017/ 18.   Urlaubsfotos, USA. NY, Philadelphia, New Orleans, Florida

Stuhlgang

2016.   performative Installation, Eignungsprüfung der Universität für angewandte Künste Wien

Soziale Plastik, revidiert und wiederhergestellt lautet das Thema einer Eignungsprüfung.
Mit dem erweiterten Kunstbegriff forderte Beuys in den 70ern die Mitgestaltung von Gesellschaft und Politik. Die Entwicklung der Gesellschaft gilt als künstlerischer Prozess, indem jede menschliche Handlung gesellschaftsformende Aktivität beinhaltet.
Orte können als gesellschaftliche Wirkräume gelten und somit als deren Abbilder betrachtet werden. Strukturen und Ordnung dieser Räume speichern menschliche Handlungsaktivitäten und machen sie ablesbar. Nach dem Prinzip „Einer nimmt etwas weg, der andere stellt wieder etwas hin“ unterliegen Alltagsräume einem ständigen Abändern und Wiederherstellen, die auf individuellen Entscheidungen beruhen, die unterschwelligen Regeln folgen und in gesellschaftlicher Anonymität meist wortlos kommuniziert werden.
Der Seminarraum wird zum Interaktionsraum erhoben und einen Tag lang beobachtet. Alle sich darin befindenden Personen werden willkürlich zu AkteurInnen,Mobiliar und Privatsachen zum Teil der performativen Installation.

Innerhalb der Aktion entwickeln sich zwei Bezirke im Raum, ohne, dass diese als solche kommuniziert wurden. Bezirk 1 steht der Öffentlichkeit zur Verfügung. Jeder bedient sich hier als Teil einer freien Gesellschaft, schafft sich Platz oder besetzt ihn.  Bezirk 2 wird durch die Künstlerin privatisiert und zeigt eine autonome Installation, die die erlebte Prüfungssituation kritisch reflektiert.

"privater" Bezirk / autonome Installation o.T.
"privater" Bezirk / autonome Installation o.T.

luke

2016.   S/W Fotografie, Serie, 5x7cm

Der mit der Lampe

2015.   Kehrdreck, Wischwasser, Acrylfarbe, Leinöl, Sonnenblumenöl

 

"Der mit der Lampe" ist ein Raum in einem leerstehenden, maroden Wohnhaus, Juststraße 3 in Zittau. Neben über 30 weiteren Räumen ist er Ort und Werk einer künstlerischen Forschung, die der Frage nachgeht, welche spezifische Atmosphäre den Ort definiert und welche Phänomene im Raum identitätsstiftend sind. Methoden werden entwickelt um den Raum systematisch zu analysieren. Experten werden hinzugezogen, die zusätzliche Perspektiven auf den Ort als Untersuchungsobjekt eröffnen. Ziel der Forschung ist es, die spezifischen Empfindungsvermittler wie Geruch, Farbe, Lichtverhältnisse und architektonische Auffälligkeiten des Raumes durch dezente Interventionen zu verstärken, ihn von seiner Umgebung abzuheben und den Ort somit skulptural in Erscheinung treten zu lassen.


hinterletzter Raum

2015.   Folie, Acryl, Wasser, Kunststoffprofil, Neonlampe 

 

Der verlebte Ort im Stadtbild der Moderne. Eine Konservierung.

Spuren von verlebten Orten sind im Stadtbild der Moderne immer seltener anzutreffen. Sanierung, Abriss und Neubebauung prägen den urbanen Raum und lassen unvollkommene Orte nur als Übergangsorte temporär in Erscheinung treten. Der hinterletzte Raum der ehemaligen Billardhalle "Just Pool" weist Spuren auf. Ein Waschbecken, ohne Becken. Ein Raum ohne Tür. Es zieht, es müffelt und es tropft.

Fragen eröffnen sich: Was war der Raum? Was ist der Raum jetzt? Und was will er sein?

Untersuchungen und Eingriffe werden unternommen, dabei gilt es seine identitätsstiftenden Merkmale herauszuarbeiten und  bis zur nächsten Nutzung zu schützen.
Zwei Wochen später: das Werk hat seinen Umraum eingenommen. Ein übler Gestank verbreitet sich in der gesamten Etage. Mehrere Verhandlungen mit dem Projektleiter wurden unternommen, um ein vorzeitiges Abbrechen der Aktion zu verhindern.

Der hinterletzte Raum entstand während Rauer20 die Räumlichkeiten in Bremen "aus Mangel an kuturellem Freiraum" fünf Monate lang in einen urbanen Ausstellungsraum umfunktionierte.

Dokumentation hinterletzter Raum: ca. ab Min 1:22:00


oma-inge-opa

2013.    Fotografie, Installation, Assemblage

 

Lauschestr. 3. Eine Wohnung steht leer. Die Menschen, die dort durch ihre Anwesenheit meinen Bewegungs- und Handlungsspielraum unbewusst vorgaben, gibt es dort nicht mehr. Sie sind verstorben.

Kurz nach dem Tod meiner Großeltern besuchte ich eine Woche lang täglich ihre Wohnung. Der Ort "Wohnung" wird zu einem Forschungsfeld, in dem ich mich auf eine Erkundung durch alle sechs Räume begebe. Ich suche nichts. Die Neugier drängt mich, etwas zu finden, was relevant sein könnte. Dabei dringe ich an nie zuvor gesehene Orte vor. Geheimgehaltene Ecken, fein sortierte und verborgene Sammelsurien. Ich verstehe sie als eigene kleine, nebeneinander existierende Räume in Schränken, Schubladen, Kisten, Tüten und Dosen, gefüllt mit Andenken, für mich Nutzlosem und Wertvollem. Sie alle bilden in ihrer Gesamtheit Abbilder persönlicher Lebenswelten meiner Großeltern und rufen Erinnerungen hervor, Erstaunen, Rühren oder werden unbeachtet aussortiert.

 

Orte bekommen einen besonderen Wert, wenn wir realisieren, dass sie in ihrer Existenz endlich sind. Der Aspekt der Vergänglichkeit und der Erinnerung läd sie emotional auf. Tod und Verlust sind Ausnahmezustände, die außergewöhnliche Handlungen und Erkenntnisse hervorbringen können.